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17. Dezember 2014

Giardino di Pojega in Negrar


Zu den schönsten Gärten Italiens gehört der Garten Pojega der Winzerfamilie Rizzardi. 

Er liegt im Ortsteil Pojega der 17.000 Einwohner-Stadt Negrar, nur ein paar Fahrminuten von Verona entfernt.

Zum Garten gehört eine Villa, die man für Feierlichkeiten mieten kann.


Umgeben ist der Garten von einer hohen Mauer, an der man wunderbar entlang spazieren und die anliegenden Weinberge ins Auge fassen kann.


Blick auf die Stadt Negrar:


Der Garten ist eine wohldurchdachte Anlage aus dem späten 18. Jahrhundert, die sich allerdings auf die großen Renaissanceanlagen Italiens beruft.

Von der Seite in den Garten tretend, erblickt man zuerst das Oval aus Buchsbaumhecken, in seiner Mitte einen Brunnen bergend.



Allerorts wechseln Perspektiven und geben Blicke auf Statuen frei.


Steht man ebenerdig im Oval und schaut Richtung Norden, erahnt man, wie weit sich der Garten erstreckt, ohne zu wissen, was einen dort noch Wundervolles überraschen wird.


Die lange Zypressenallee beeindruckt natürlich wegen der Höhe der alten Bäume. Doch mich bezauberte vor allem der feine Duft nach Minze und Thymian, der mir bei jedem Schritt in die Nase stieg.
Es ist der reinste Duftteppich, auf dem der Besucher hier wandeln darf. Und doch ist er auch eine Freude für die Tiere, denn Insekten finden mit den Blüten der Kräuter einen reichlich gedeckten Tisch.


Bekannt ist der Garten Pojega vor allem wegen seines Heckentheaters aus Hainbuchen, Buchs und Eiben. Es gilt als selten, weil in den anderen großen Garten etwas Derartiges kaum erhalten ist.
Das Statuenprogramm ist komplex, wie im gesamten Garten übrigens.


Den Garten in das Grundstück einzupassen und dabei auch verschiedene Geländehöhen auszugleichen, das war die Kunst der Gärtner in dieser Zeit. 


Am seitlichen Eingang wirkt das Grün recht ursprünglich, kleine Irisse säumen den Weg.


Der Blick von der Villa durch das Buchsbaumparterre.




Direkt am Eingang des Gartens befindet sich ein kleiner Weinladen, wo man u. a. den wunderbaren Valpolicella Ripasso kosten und erwerben kann. Er ist wirklich ein Gedicht, so wie die gesamte Anlage, die es wirklich lohnt besichtigt zu werden.



Adresse: Villa Rizzardi, Loc. Pojega - 37024 Negrar (VR)
Öffnungszeiten: 1. April bis 31. Oktober jeweils donnerstags und samstags von 15 bis 19 Uhr
Der Zutritt mit Hund ist gestattet.
ACHTUNG: Wenn eine Veranstaltung stattfindet, ist der Zugang nicht möglich, also am besten vor dem Besuch per E-Mail anfragen: info@pojega.com
Eintritt: 8 Euro (Mai 2014)
Internet: http://www.pojega.it/

Das eigentliche Weingut der Rizzardis befindet sich etwas außerhalb von Bardolino. Es gibt dort einen großen Shop und eine Ausstellung zur Geschichte. 

In Bardolino selbst befindet sich an der Familienvilla ein Lädchen. 
Diese Villa liegt an der Piazza Guerrieri fast direkt am Ufer des Gardasees, doch leider ist der Besuch des Gartens rund um die Villa nicht möglich. Vor unserer ersten Reise an den Gardasee las ich von diesem Garten und über seinen Schauwert und schlich dann vor Ort um das Karree, ohne eine Möglichkeit, irgendetwas zu erspähen.
Das Luftbild bei der berühmtesten Suchmaschine der Welt lässt Euch erahnen, wie schön es dort sein muss.
In 2014 erfuhren wir, dass die Villa aufwändig saniert wird. Ob der Besuch des Gartens später einmal möglich sein wird, bleibt jedoch fraglich.

Restaurantempfehlung:
Da wir zu früh am Ort waren und der Garten Pojega noch geschlossen hatte, machten wir uns auf die Suche nach einer Osteria.
Wir fanden die "Osteria della Bice" und wieder mal kulinarische Gaumenfreuden nach traditionellen Rezepten und mit viel Liebe gekocht.
Als Vorspeise empfehlen wir die Kürbisgnocchi und die getrüffelte Pasta. Als Hauptspeise wählte der Gatte die Polenta mit Pferdegulasch. An meinen Hauptgang erinnere ich nicht mehr, was eventuell mit den zwei Gläsern Rotwein zu tun haben mag, die ich zum Essen trank. Wie die Italiener das immer machen?
Das Restaurant hat einige Speisenbilder online  gestellt: http://www.dallabice.it/eng/page25/page51/index.php
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 12 bis 14 Uhr und 19.30 Uhr bis 21.30 Uhr
Adresse: Via Valpolicella, 14, 37020 Marano di Valpolicella (VR)




30. August 2014

Barockgarten Lichtenwalde

Zwischen Dresden und Chemnitz liegt am Fluss Zschopau der Barockgarten Lichtenwalde. Die parkähnliche Anlage erstreckt sich langgezogen vor dem Schloss, das Mitte der 1720er Jahre errichtet wurde. Der Garten selbst stammt aus dem Jahr 1730.



Seine zweite Blüte erlebte er ab 1954, als er - nachdem er nach dem Zweiten Weltkrieg stark verwildert war - wieder hergestellt wurde. In den 1990er Jahren erfolgte die Rekonstruktion nach den Originalplänen.



Zahlreiche Wasserspiele lassen ein leichtes und beschwingtes Flair entstehen.



Hainbuchenhecken und große Rhododendren sorgen für immer neue Eindrücke in der pittoresken Anlage.




Die durch das Zschopautal bedingten Höhenunterschiede im Gelände sind mit Treppenanlagen und Brunnen architektonisch gelöst worden.



Nördlich des Schlosses liegt die Orangerie.



Auch ein Kräutergarten ist vorhanden.


Und hier noch die wichtigsten Angaben:

Öffnungszeiten und Preis:
Von April bis Oktober geöffnet,
9.30 bis 18 Uhr.
Parkeintritt: 2,00 Euro für Erwachsene.

Hunde sind gestattet.

Adresse für Navi:
Schlossallee 1, 09577 Niederwiesa, OT Lichtenwalde

Im Garten selbst gibt es einen rustikalen und guten Imbiss am Konzertpavillon, im Barockschloss ein vernünftiges Restaurant mit regionalen Gerichten. Auch an der Allee kann man sich gut versorgen.

1. August 2014

Giardino di Valsanzibio

Es gibt Orte auf dieser Erde, die scheinen einer anderen Zeit entlehnt oder auch in einer Art Parallelwelt zu existieren. Du betrittst diese Plätze, eroberst sie für sich, tauchst in sie ein und verlierst dich in ihnen. Danach spucken sie dich aus, entlassen dich in die Realität und du merkst: Nicht du hast sie erobert, sondern sie haben dich vereinnahmt und behalten auch ein Stückchen von dir.

Ein solcher Ort ist der Garten Valsanzibio. Südlich von Padua gelegen, findest du ihn bei den Eugeianischen Hügeln an der Strada Provinciale 25d im Ort Galzignano Terme. Während du noch im Auto vorbeifährst, ergreift schon das erste Entzücken von dir Besitz, nämlich wenn du das Dianaportal erblickst:


Es lässt dich erahnen, dass hinter ihm Stunden und Minuten belanglos sind und dass es nur der Anfang eines grünen Traums aus dem 17. Jahrhundert ist. Wenn du dein Fahrzeug abgestellt hast, begegnest du am Eingang einer freundlichen Kassenkraft und das ist dann auch mit Glück für die nächste Zeit das letzte menschliche Antlitz, das du hier siehst, denn erstaunlicherweise ist dieser besondere Ort nicht überlaufen.



Auf deinem entrückten Spaziergang beobachtest du die Schwäne im Dianabad und kommst am vierstrahligen Regenbogenbrunnen vorbei, der das Wasser in der Sonne vielfarbig glitzern lässt.


Diese Querachse nimmt den Tallauf des Sankt Eusebius auf, der früher hier für Fischteiche aufgestaut wurde und der dem Gartentraum seinen Namen gab: Val San Zibio. 

Der obere Fischteich ist pittoresk gelegen und bietet dir Gelegenheit, auf einer Bank Platz zu nehmen und auf den zurückgelegten Weg zu blicken. Wenn du magst, kannst du darüber nachdenken, wo du hier gelandet bist und was du gerade gesehen hast. Oder du lässt dich einfach fallen. An dieser Stelle würde es dich wahrscheinlich schon nicht mehr überraschen, wenn plötzlich eine Gondel auf dem Wasser schwimmt oder ein festlich gekleidetes Pärchen an dir vorbei schreitet. Du wärst schon jetzt völlig überzeugt, dass dies absolut seine Richtigkeit hat.



Irgendwann betrittst du die Hauptallee, jedoch nur, um links und rechts davon weitere Überraschungen zu entdecken, die dieser Garten für dich bereit hält. Das berühmte Buchsbaum-Labyrinth etwa...


... oder die Kanincheninsel...


.... Du schaust nach rechts und dein Blick verliert sich zwischen den langen Eibenhecken ...



... Und nach links blickend bist du nun endgültig davon überzeugt, nicht länger auf dieser Welt zu sein oder eine Fata Morgana zu sehen. Schlendern und doch zielstrebig spazierst du auf das Gebäude zu, um vor dessen Erreichen nur von einem weiteren wunderschönen Wasserspiel abgelenkt zu werden.


Der Springbrunnen der Verzückung - wie könnte er auch anders heißen? - macht eben das. Er verzückt dich. Du drehst dich, um alle Statuen anzuschauen, entdeckst die beiden Löwenbrunnen, die wasserumspülten Bänke und Stufen. Wer denkt sich so etwas nur aus? fragst du dich. Es war Bernini, Luigi Bernini.


Endlich trittst du an den schmiedeeisernen Zaun, der die Villa Barbarigo vom öffentlichen Garten abscheidet. Auch hier gibt es einen Garten mit formalen Hecken, der ausschließlich den Mietern der Villa zugänglich ist. Ja, die Villa kannst du mieten, doch seien wir ehrlich - du würdest verrückt werden darin, wie die Galerie erahnen lässt. Verrückt, weil es so etwas doch gar nicht geben kann - solche Teppiche an den Wänden, Gemälde, Hunderttausende Bücher. Worte können nicht beschreiben, was den Gast dort erwartet.


Nun, irgendwann musst du diesen Ort verlassen und deswegen ist es gut, wenn ein paar irdische Dinge, wie ein Shop und die Werkzeuge des Gärtners, dich daran erinnern, dass du weder im 17. Jahrhundert noch auf einem anderen Planeten angekommen bist.



Traumhund im Traumgarten:


Auf dem Rückweg zum Ausgang noch eine letzte Aufnahme vom oberen Fischteich.

 
Und hier noch die Fakten (Stand: Frühling 2014):
Giardino di Valsanzibio
Via Diana, 2
35030 Galzignano Terme Padova
Italien

Der Garten ist täglich von 10 bis 13 Uhr und von 14 Uhr bis zum Sonnenuntergang geöffnet. Hunde sind erlaubt, wenn sie nicht zu groß sind, wenn sie an der Leine gehen und sich benehmen. Wir haben vorher per E-Mail angefragt und schnell eine Antwort erhalten, die ich ausgedruckt und vorgezeigt habe.

Erwachsene 9,50 €; Erwachsene in Gruppen 8,00 €; Jungen bis 14 Jahren 6,00 €; Schüler 6,00 € 

www.valsanzibiogiardino.it
e-mail info@valsanzibiogiardino.it
Tel. +39 049 9130042 - Cell 340 082584

PS: Spätestens in der Realität waren wir angekommen, als sich auf dem Parkplatz zwei Tanten lautstark aufregten "Neun Euro fünfzig wollen die hier haben für das bißchen Park!" und in ihrem Münchner BMW davonbrausten. Auweia!

6. Juli 2014

Giardino di Palazzo Bettoni Cazzago in Bogliaco di Gargnano

Schöner Wohnen. Ein Privatanwesen der atemberaubenden Art entdeckten wir an der Via della Libertà zwischen Limone und Gargnano.


Durchschnitten und begrenzt durch eben diese Straße der Freiheit (irgendwie schon absurd, oder?) liegt das Grundstück am Ufer des Gardasees - der 1751 nach dem Vorbild des Wiener Schlosses Schönbrunn errichtete Palazzo Bettoni Cazzago eingepfercht zwischen dem See und der Straße, und auf der anderen Straßenseite, erreichbar über zwei Steinbrücken, der Garten des Palazzo.



Ohne den Zebrastreifen würden man an der doch recht gut befahrenen Straße wohl lange auf die Möglichkeit zur Überquerung warten. Durch den offenen Türflügel konnte man in das Vestibül des Palazzo schauen. Bemalte Wände und eine Kutsche waren zu sehen, alles schien bewohnt, dabei aber nicht abgehoben oder versnobbt.

Laut Internet wird der Palast heute noch als Sommerwohn- und Unternehmenssitz der Grafenfamilie Bettoni Cazzago genutzt, die Weine und Olivenöle produziert. Graf Carlo Bettoni Cazzago soll um 1760 die Treibhäuser für Zitronen erfunden haben, die heute noch an den Hängen des Westufers des Gardasees zu finden sind.



Der Garten ist heute nicht öffentlich zugänglich. Im April 2012 hat dort eine Pflanzenmesse stattgefunden, die wohl jährlich wiederholt werden sollte. 2013 ist sie jedoch ausgefallen und auch für 2014 konnte ich keinen Hinweis darauf finden, dass im Giardino di Palazzo Bettoni Cazzago eine solche Veranstaltung stattfand.


Trotzdem lohnt sich der Stop an der Via dellá Liberta, weil der prachtvolle Garten mit seinen fächerförmig angeordneten Buchsbaumquartieren und der beeindruckenden Treppenanlage mit den sich anschließenden Gewächshäusern es nicht verdient, dass einfach an ihm vorbeigefahren wird.