"Königliche Gärten" kann man bei arte in diesen Wochen sehen. Wunderschöne Filmberichte über Hampton Court, Het Loo, Drottningholm, die Anregungen geben zum Reisen, Nachdenken und Nachmachen.
Schaut sie Euch an, denn ich möchte heute nur Het Loo zum Anlass nehmen, um kurz wieder einmal auf das Buchsbaumthema zurückzukommen. Het Loo verfügte über filigran gestaltete Broderieparterres aus Buchsbaum. Diese Zierbeete machten quasi den Ruhm der Anlagen aus, man verband "Het Loo" mit dem Luftbild seiner symmetrisch angelegten Beete.
Es war nicht der Buchsbaumzünsler, sondern der Befall von zwei Pilzarten, die dem Buchsbaum in Het Loo den Garaus machten. Man entschied sich, die Beete, die aus Kilometern von Hecken bestehen, 2014/15 mit Japanischer Stechpalme zu bepflanzen.
Einen anderen Ersatz wählte man für die Parterre im Schlossgarten Hundisburg, die zuvor in 15 Jahren für insgesamt 25.000 Euro mit Buchsbaumpflanzen ausgestattet worden waren. Auch hier schlug ein Pilz zu - Cylindrocladium buxicola - und vernichtete das Werk und die Spenden von mehr als einem Jahrzehnt. Die Broderieparterres von Hundisburg werden in den kommenden Jahren mit Liguster bepflanzt. Auch dafür sammelt man nun wieder Spenden.
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21. Januar 2017
4. Oktober 2016
Bundesweiter Sieg des Zünslers! Und nun?
Nun ist es also soweit - der Buchsbaumzünsler, dieses chinesisches Raupenmonster, hat gewonnen. In Deutschland gibt es aktuell kein zugelassenes, wirksames Gegenmittel gegen die Raupe.
Grund ist das Ende Februar 2016 verhängte Verkaufsverbot für Mittel mit Thiacloprid, das als menschen- und bienenschädlich gilt.
Mittlerweile sind wohl sämtliche Restbestände von Calypso etc. aus den Läden verschwunden. Ich habe kürzlich unter der Hand noch eine Packung für viel Geld bekommen, weil ich meine mühsam gezogenen Buchsbaumhecken nicht aufgeben möchte. Der einzige Gifteinsatz in unserem Garten ist ja eben der gegen den Zünsler (gewesen).
Das Tier begleitet uns nun seit drei Jahren, denn im Mai 2013 tauchte er hier erstmals auf, dann z. B. auch hier. Seitdem schaffte er es bei uns je nach Witterung zwei- bis dreimal im Jahr, eine neue Population hervorzubringen, der wir jeweils nur mit BI58 oder Calypso den Garaus machen konnten.
Nun gibt es also kein Mittel gegen den Buchsbaumzünsler mehr. (Auch Neem und Bacillus thuringiensis gelten als nicht zuverlässig) Was bedeutet das für die großen deutschen Gartenanlagen, wie Ludwigsburg, Charlottenburg, Schwetzingen, Herrenhausen, aber auch für unsere Privatgärten? Es macht wohl keinen Sinn, die Bestände durch neue Buchsbaumpflanzen zu ersetzen.
2012 haben Gärten, wie Gottorf, den ersten "Angriff" aushalten müssen, damals durch den Buchsbaumpilz. Übrigens: Wo dieser bei über 29 Grad Celsius sein Wachstum einstellt, bekommt die Wärme dem Zünsler richtig gut. In Gottorf hat man sich für Ersatzpflanzungen mit Thymian und Ilex entschieden, die zumindest gut angewachsen sind, wie man im Oktober 2015 resümiert. Im Kloster Seligenstadt hat man im vergangenen Jahr bereits die Segel gestrichen und die vom Zünsler befallenen Bestände durch Ilex crenata ersetzt. Kosten: 75.000 Euro. Dort hatte man sich grundsätzlich gegen den Gifteinsatz ausgesprochen.
Auch Eibe gilt als Alternative. Schon 2013 hatte ich über weitere Alternativen zum Buchsbaum geblogt. Interessant übrigens, dass der kleine Barockgarten in meiner Heimatstadt ursprünglich aus Stachel- und Johannisbeersträuchern, aus Lavendel, Baldrian, Thymian und Salbei eingefasste Hecken hatte. Erst bei der Rekonstruktion im Jahr 2000 wählte man Buchsbaum für das Schmuckbeet. Vielleicht ist es nun grundsätzlich an der Zeit umzudenken?
Grund ist das Ende Februar 2016 verhängte Verkaufsverbot für Mittel mit Thiacloprid, das als menschen- und bienenschädlich gilt.
Mittlerweile sind wohl sämtliche Restbestände von Calypso etc. aus den Läden verschwunden. Ich habe kürzlich unter der Hand noch eine Packung für viel Geld bekommen, weil ich meine mühsam gezogenen Buchsbaumhecken nicht aufgeben möchte. Der einzige Gifteinsatz in unserem Garten ist ja eben der gegen den Zünsler (gewesen).
Das Tier begleitet uns nun seit drei Jahren, denn im Mai 2013 tauchte er hier erstmals auf, dann z. B. auch hier. Seitdem schaffte er es bei uns je nach Witterung zwei- bis dreimal im Jahr, eine neue Population hervorzubringen, der wir jeweils nur mit BI58 oder Calypso den Garaus machen konnten.
Nun gibt es also kein Mittel gegen den Buchsbaumzünsler mehr. (Auch Neem und Bacillus thuringiensis gelten als nicht zuverlässig) Was bedeutet das für die großen deutschen Gartenanlagen, wie Ludwigsburg, Charlottenburg, Schwetzingen, Herrenhausen, aber auch für unsere Privatgärten? Es macht wohl keinen Sinn, die Bestände durch neue Buchsbaumpflanzen zu ersetzen.
2012 haben Gärten, wie Gottorf, den ersten "Angriff" aushalten müssen, damals durch den Buchsbaumpilz. Übrigens: Wo dieser bei über 29 Grad Celsius sein Wachstum einstellt, bekommt die Wärme dem Zünsler richtig gut. In Gottorf hat man sich für Ersatzpflanzungen mit Thymian und Ilex entschieden, die zumindest gut angewachsen sind, wie man im Oktober 2015 resümiert. Im Kloster Seligenstadt hat man im vergangenen Jahr bereits die Segel gestrichen und die vom Zünsler befallenen Bestände durch Ilex crenata ersetzt. Kosten: 75.000 Euro. Dort hatte man sich grundsätzlich gegen den Gifteinsatz ausgesprochen.
Auch Eibe gilt als Alternative. Schon 2013 hatte ich über weitere Alternativen zum Buchsbaum geblogt. Interessant übrigens, dass der kleine Barockgarten in meiner Heimatstadt ursprünglich aus Stachel- und Johannisbeersträuchern, aus Lavendel, Baldrian, Thymian und Salbei eingefasste Hecken hatte. Erst bei der Rekonstruktion im Jahr 2000 wählte man Buchsbaum für das Schmuckbeet. Vielleicht ist es nun grundsätzlich an der Zeit umzudenken?
11. Januar 2015
Schaugarten am Tiefwarensee
Eine ganz wundervolle Kombination von Schaugarten, Gärtnerei, Hotel, Café findet Ihr am Tiefwarensee in Waren an der Müritz.
In der Gärtnerei des Lebenshilfswerks Waren arbeiten u. a. Menschen mit Behinderung, auch das Hotel und das Café werden vom Lebenshilfswerk betrieben.
Ganze 16.000 qm Garten erwarten Euch dort, aufgeteilt in verschiedene Gartenräume, wunderschön am See gelegen.
In der Gärtnerei des Lebenshilfswerks Waren arbeiten u. a. Menschen mit Behinderung, auch das Hotel und das Café werden vom Lebenshilfswerk betrieben.
Ganze 16.000 qm Garten erwarten Euch dort, aufgeteilt in verschiedene Gartenräume, wunderschön am See gelegen.
Gekonnt spielt der Garten mit der Silhouette der am Ufer gegenüber gelegenen Altstadt. Es bestimmt diese der prägnante Turm der St. Marien-Kirche.
Auf dem Gelände stehen zwei Villen. Die näher am See gelegene bildet eine der Grenzen des formal angelegten Gartenteils, der als vierteiliges Parterre mit einem zentralen Brunnen ausgebildet ist. Moderne Skulpturen ergänzen das grüne Ensemble und in den Sommermonaten bereichern es zahlreiche mediterrane Kübelpflanzen. Rechts erkennt Ihr die Schaugewächshäuser.
Eine ganz wunderbare Idee ist dieser Zen-Garten, der an das 20-jährige Partnerschaftsjubiläum von Waren und der japanischen Stadt Rokkashomura erinnert.
Auch in den Schaugewächshäusern gibt es Allerhand zu entdecken. Der Besuch lohnt sich!
Besonders in Erinnerung ist mir geblieben, dass ein Warener Ehepaar für die Anlage des Gartens einen fünfstelligen Betrag gespendet hatte, nach meiner Erinnerung waren es 30.000 Euro. Wahnsinn, oder?
Adresse: Lebenshilfswerk Waren gGmbH, Gärtnerei am Tiefwarensee, Wossidlostraße 7a, 17192 Waren (Müritz). Tel.: 03991 125641.
Eintritt: 3 Euro (Oktober 2014)
Wegen der Öffnungszeiten fragt Ihr am besten vorher per E-Mail an, walossek@lebenshilfswerk-waren.de. Eigentlich ist der Garten wohl tagsüber so ziemlich immer zugänglich, aber eh man umsonst hinfährt...
17. Dezember 2014
Giardino di Pojega in Negrar
Zu den schönsten Gärten Italiens gehört der Garten Pojega der Winzerfamilie Rizzardi.
Er liegt im Ortsteil Pojega der 17.000 Einwohner-Stadt Negrar, nur ein paar Fahrminuten von Verona entfernt.
Zum Garten gehört eine Villa, die man für Feierlichkeiten mieten kann.
Umgeben ist der Garten von einer hohen Mauer, an der man wunderbar entlang spazieren und die anliegenden Weinberge ins Auge fassen kann.
Blick auf die Stadt Negrar:
Der Garten ist eine wohldurchdachte Anlage aus dem späten 18. Jahrhundert, die sich allerdings auf die großen Renaissanceanlagen Italiens beruft.
Von der Seite in den Garten tretend, erblickt man zuerst das Oval aus Buchsbaumhecken, in seiner Mitte einen Brunnen bergend.
Allerorts wechseln Perspektiven und geben Blicke auf Statuen frei.
Steht man ebenerdig im Oval und schaut Richtung Norden, erahnt man, wie weit sich der Garten erstreckt, ohne zu wissen, was einen dort noch Wundervolles überraschen wird.
Die lange Zypressenallee beeindruckt natürlich wegen der Höhe der alten Bäume. Doch mich bezauberte vor allem der feine Duft nach Minze und Thymian, der mir bei jedem Schritt in die Nase stieg.
Es ist der reinste Duftteppich, auf dem der Besucher hier wandeln darf. Und doch ist er auch eine Freude für die Tiere, denn Insekten finden mit den Blüten der Kräuter einen reichlich gedeckten Tisch.
Bekannt ist der Garten Pojega vor allem wegen seines Heckentheaters aus Hainbuchen, Buchs und Eiben. Es gilt als selten, weil in den anderen großen Garten etwas Derartiges kaum erhalten ist.
Das Statuenprogramm ist komplex, wie im gesamten Garten übrigens.
Den Garten in das Grundstück einzupassen und dabei auch verschiedene Geländehöhen auszugleichen, das war die Kunst der Gärtner in dieser Zeit.
Am seitlichen Eingang wirkt das Grün recht ursprünglich, kleine Irisse säumen den Weg.
Der Blick von der Villa durch das Buchsbaumparterre.
Direkt am Eingang des Gartens befindet sich ein kleiner Weinladen, wo man u. a. den wunderbaren Valpolicella Ripasso kosten und erwerben kann. Er ist wirklich ein Gedicht, so wie die gesamte Anlage, die es wirklich lohnt besichtigt zu werden.
Adresse: Villa Rizzardi, Loc. Pojega - 37024 Negrar (VR)
Öffnungszeiten: 1. April bis 31. Oktober jeweils donnerstags und samstags von 15 bis 19 Uhr
Der Zutritt mit Hund ist gestattet.
ACHTUNG: Wenn eine Veranstaltung stattfindet, ist der Zugang nicht möglich, also am besten vor dem Besuch per E-Mail anfragen: info@pojega.com
Eintritt: 8 Euro (Mai 2014)
Internet: http://www.pojega.it/
Das eigentliche Weingut der Rizzardis befindet sich etwas außerhalb von Bardolino. Es gibt dort einen großen Shop und eine Ausstellung zur Geschichte.
In Bardolino selbst befindet sich an der Familienvilla ein Lädchen.
Diese Villa liegt an der Piazza Guerrieri fast direkt am Ufer des Gardasees, doch leider ist der Besuch des Gartens rund um die Villa nicht möglich. Vor unserer ersten Reise an den Gardasee las ich von diesem Garten und über seinen Schauwert und schlich dann vor Ort um das Karree, ohne eine Möglichkeit, irgendetwas zu erspähen.
Das Luftbild bei der berühmtesten Suchmaschine der Welt lässt Euch erahnen, wie schön es dort sein muss.
In 2014 erfuhren wir, dass die Villa aufwändig saniert wird. Ob der Besuch des Gartens später einmal möglich sein wird, bleibt jedoch fraglich.
Restaurantempfehlung:
Da wir zu früh am Ort waren und der Garten Pojega noch geschlossen hatte, machten wir uns auf die Suche nach einer Osteria.
Wir fanden die "Osteria della Bice" und wieder mal kulinarische Gaumenfreuden nach traditionellen Rezepten und mit viel Liebe gekocht.
Als Vorspeise empfehlen wir die Kürbisgnocchi und die getrüffelte Pasta. Als Hauptspeise wählte der Gatte die Polenta mit Pferdegulasch. An meinen Hauptgang erinnere ich nicht mehr, was eventuell mit den zwei Gläsern Rotwein zu tun haben mag, die ich zum Essen trank. Wie die Italiener das immer machen?
Das Restaurant hat einige Speisenbilder online gestellt: http://www.dallabice.it/eng/page25/page51/index.php
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 12 bis 14 Uhr und 19.30 Uhr bis 21.30 Uhr
Adresse: Via Valpolicella, 14, 37020 Marano di Valpolicella (VR)
1. August 2014
Giardino di Valsanzibio
Es gibt Orte auf dieser Erde, die scheinen einer anderen Zeit entlehnt oder auch in einer Art Parallelwelt zu existieren. Du betrittst diese Plätze, eroberst sie für sich, tauchst in sie ein und verlierst dich in ihnen. Danach spucken sie dich aus, entlassen dich in die Realität und du merkst: Nicht du hast sie erobert, sondern sie haben dich vereinnahmt und behalten auch ein Stückchen von dir.
Ein solcher Ort ist der Garten Valsanzibio. Südlich von Padua gelegen, findest du ihn bei den Eugeianischen Hügeln an der Strada Provinciale 25d im Ort Galzignano Terme. Während du noch im Auto vorbeifährst, ergreift schon das erste Entzücken von dir Besitz, nämlich wenn du das Dianaportal erblickst:
Der Springbrunnen der Verzückung - wie könnte er auch anders heißen? - macht eben das. Er verzückt dich. Du drehst dich, um alle Statuen anzuschauen, entdeckst die beiden Löwenbrunnen, die wasserumspülten Bänke und Stufen. Wer denkt sich so etwas nur aus? fragst du dich. Es war Bernini, Luigi Bernini.
Ein solcher Ort ist der Garten Valsanzibio. Südlich von Padua gelegen, findest du ihn bei den Eugeianischen Hügeln an der Strada Provinciale 25d im Ort Galzignano Terme. Während du noch im Auto vorbeifährst, ergreift schon das erste Entzücken von dir Besitz, nämlich wenn du das Dianaportal erblickst:
Es lässt dich erahnen, dass hinter ihm Stunden und Minuten belanglos sind und dass es nur der Anfang eines grünen Traums aus dem 17. Jahrhundert ist. Wenn du dein Fahrzeug abgestellt hast, begegnest du am Eingang einer freundlichen Kassenkraft und das ist dann auch mit Glück für die nächste Zeit das letzte menschliche Antlitz, das du hier siehst, denn erstaunlicherweise ist dieser besondere Ort nicht überlaufen.
Auf deinem entrückten Spaziergang beobachtest du die Schwäne im Dianabad und kommst am vierstrahligen Regenbogenbrunnen vorbei, der das Wasser in der Sonne vielfarbig glitzern lässt.
Diese Querachse nimmt den Tallauf des Sankt Eusebius auf, der früher hier für Fischteiche aufgestaut wurde und der dem Gartentraum seinen Namen gab: Val San Zibio.
Der obere Fischteich ist pittoresk gelegen und bietet dir Gelegenheit, auf einer Bank Platz zu nehmen und auf den zurückgelegten Weg zu blicken. Wenn du magst, kannst du darüber nachdenken, wo du hier gelandet bist und was du gerade gesehen hast. Oder du lässt dich einfach fallen. An dieser Stelle würde es dich wahrscheinlich schon nicht mehr überraschen, wenn plötzlich eine Gondel auf dem Wasser schwimmt oder ein festlich gekleidetes Pärchen an dir vorbei schreitet. Du wärst schon jetzt völlig überzeugt, dass dies absolut seine Richtigkeit hat.
Irgendwann betrittst du die Hauptallee, jedoch nur, um links und rechts davon weitere Überraschungen zu entdecken, die dieser Garten für dich bereit hält. Das berühmte Buchsbaum-Labyrinth etwa...
... oder die Kanincheninsel...
.... Du schaust nach rechts und dein Blick verliert sich zwischen den langen Eibenhecken ...
... Und nach links blickend bist du nun endgültig davon überzeugt, nicht länger auf dieser Welt zu sein oder eine Fata Morgana zu sehen. Schlendern und doch zielstrebig spazierst du auf das Gebäude zu, um vor dessen Erreichen nur von einem weiteren wunderschönen Wasserspiel abgelenkt zu werden.
Der Springbrunnen der Verzückung - wie könnte er auch anders heißen? - macht eben das. Er verzückt dich. Du drehst dich, um alle Statuen anzuschauen, entdeckst die beiden Löwenbrunnen, die wasserumspülten Bänke und Stufen. Wer denkt sich so etwas nur aus? fragst du dich. Es war Bernini, Luigi Bernini.
Endlich trittst du an den schmiedeeisernen Zaun, der die Villa Barbarigo vom öffentlichen Garten abscheidet. Auch hier gibt es einen Garten mit formalen Hecken, der ausschließlich den Mietern der Villa zugänglich ist. Ja, die Villa kannst du mieten, doch seien wir ehrlich - du würdest verrückt werden darin, wie die Galerie erahnen lässt. Verrückt, weil es so etwas doch gar nicht geben kann - solche Teppiche an den Wänden, Gemälde, Hunderttausende Bücher. Worte können nicht beschreiben, was den Gast dort erwartet.
Nun, irgendwann musst du diesen Ort verlassen und deswegen ist es gut, wenn ein paar irdische Dinge, wie ein Shop und die Werkzeuge des Gärtners, dich daran erinnern, dass du weder im 17. Jahrhundert noch auf einem anderen Planeten angekommen bist.
Traumhund im Traumgarten:
Auf dem Rückweg zum Ausgang noch eine letzte Aufnahme vom oberen Fischteich.
Und hier noch die Fakten (Stand: Frühling 2014):
Giardino di Valsanzibio
Via Diana, 2
35030 Galzignano Terme Padova
Italien
Der Garten ist täglich von 10 bis 13 Uhr und von 14 Uhr bis zum Sonnenuntergang geöffnet. Hunde sind erlaubt, wenn sie nicht zu groß sind, wenn sie an der Leine gehen und sich benehmen. Wir haben vorher per E-Mail angefragt und schnell eine Antwort erhalten, die ich ausgedruckt und vorgezeigt habe.
Erwachsene 9,50 €; Erwachsene in Gruppen 8,00 €; Jungen bis 14 Jahren 6,00 €; Schüler 6,00 €
www.valsanzibiogiardino.it
e-mail info@valsanzibiogiardino.it
Tel. +39 049 9130042 - Cell 340 082584
PS: Spätestens in der Realität waren wir angekommen, als sich auf dem Parkplatz zwei Tanten lautstark aufregten "Neun Euro fünfzig wollen die hier haben für das bißchen Park!" und in ihrem Münchner BMW davonbrausten. Auweia!
1. September 2013
Buchs - was sonst?
Heute erfreute der MDR Garten mit einem kurzen Special zum Thema Buchsbaum. Im EGA-Park in Erfurt schritt Moderatorin Claudia Lock-Fließtal mit dem Parkleiter an Buchsbaumkugeln vorbei und durch ein Buchs-Labyrinth. Sie sprachen über Krankheiten, die den Buchs befallen können und das sind wahrlich viele. Daher war es nicht wirklich logisch, dass die Beiden nicht über Alternativen zum Buchs gesprochen haben.
Kirsten Lammerting verweist in ihrem Buch "Knotengärten" zum Beispiel auf die Berberitze, die es rot- und gelbblättrig gibt. Nachteile: fiese Dornen und Laubabwurf im Winter. Lammerting schwört jedoch auf das kontrastreiche Farbspiel.
Unbekannt war mir bis zur Lektüre ein anderer Tipp von Kirsten Lammerting: Echter oder Edel-Gamander. Stark wachsend benötigt das bis 35 cm hohe mediterrane Gewüchs einen regelmäßigen Schnitt. Es liebt kalkreiche trockene Böden und ist - am Mittelmeer - winterhart. Die rosa-violetten Blüten sind dekorativ, die Blätter duften aromatisch. Unklar ist, wie der Gamander mit unseren frostreichen Wintern klar kommt.
Das Online-Garten-Magazine "Garden & Flowers" empfiehlt als Hecke auch noch die Alpen-Johannisbeere, deren Früchte zwar nicht wir Menschen essen können, wohl aber die Vögel. Sie eignet sich jedoch nur für halbschattige Standorte und wächst am besten auf kalkhaltigem Boden.
"Garden & Flowers" empfiehlt für Hecken außerdem den Ovalblättrigen Liguster, eine recht anspruchslose Pflanze.
Bekannt als Formgehölz ist die Europäische Eibe, diese ist allerdings - wie der Buchsbaum - giftig.
Vor allem für den Formschnitt geeignet ist Evergreen, also Cotoneaster - Zwergmispel. Ahrens + Sieberz bezeichnet sie als "echte Alternative zum Buchs". In der Schweiz ist die Einfuhr seit 2002 verboten - die Pflanzen gelten als Hauptwirte für den Feuerbrand, eine bakterielle Erkrankung von Kernobstgewächsen.
Als Beeteinfassung gibt es natürlich noch andere Alternativen, wie den Frauenmantel oder Lavendel.
Kennt Ihr noch weitere Möglichkeiten für Buchs-Ersatz?
Kirsten Lammerting verweist in ihrem Buch "Knotengärten" zum Beispiel auf die Berberitze, die es rot- und gelbblättrig gibt. Nachteile: fiese Dornen und Laubabwurf im Winter. Lammerting schwört jedoch auf das kontrastreiche Farbspiel.
Unbekannt war mir bis zur Lektüre ein anderer Tipp von Kirsten Lammerting: Echter oder Edel-Gamander. Stark wachsend benötigt das bis 35 cm hohe mediterrane Gewüchs einen regelmäßigen Schnitt. Es liebt kalkreiche trockene Böden und ist - am Mittelmeer - winterhart. Die rosa-violetten Blüten sind dekorativ, die Blätter duften aromatisch. Unklar ist, wie der Gamander mit unseren frostreichen Wintern klar kommt.
Das Online-Garten-Magazine "Garden & Flowers" empfiehlt als Hecke auch noch die Alpen-Johannisbeere, deren Früchte zwar nicht wir Menschen essen können, wohl aber die Vögel. Sie eignet sich jedoch nur für halbschattige Standorte und wächst am besten auf kalkhaltigem Boden.
"Garden & Flowers" empfiehlt für Hecken außerdem den Ovalblättrigen Liguster, eine recht anspruchslose Pflanze.
Bekannt als Formgehölz ist die Europäische Eibe, diese ist allerdings - wie der Buchsbaum - giftig.
Vor allem für den Formschnitt geeignet ist Evergreen, also Cotoneaster - Zwergmispel. Ahrens + Sieberz bezeichnet sie als "echte Alternative zum Buchs". In der Schweiz ist die Einfuhr seit 2002 verboten - die Pflanzen gelten als Hauptwirte für den Feuerbrand, eine bakterielle Erkrankung von Kernobstgewächsen.
Als Beeteinfassung gibt es natürlich noch andere Alternativen, wie den Frauenmantel oder Lavendel.
Kennt Ihr noch weitere Möglichkeiten für Buchs-Ersatz?
22. August 2013
Ein Gespenst geht um
Meine Heimatstadt ist in der Hand des Zünslers. Nachdem an der buchsbaumigsten Hecke aller Hecken unserer Stadt der Befall mit dem Buchsbaumzünsler festgestellt wurde und Print, Funk und Fernsehen berichteten, knieen die Bürger vor ihren Kugeln, Hecken, Spiralen und anderen Formgehölzen und suchen Raupen.
Leider werden sie meist fündig. "Ich hab ihn auch" klingt es von jeder Seite. Schrecklich gestern Abend der Besuch bei einem Spartenvorsitzenden: Bei einer Tasse Kaffee werfen der Gatte und ich mehrere Blicke auf eine Buchsbaumfigur erstaunlichen Ausmaßes. Wir sehen die verräterischen Fraßspuren, der Vorsitzende wiegt sich und die 35 Jahre alte Pflanze in Sicherheit. "Wie heißt der? Buchsbaumzündler? Kenne ich nicht!" Der Gatte schreitet zur Tat, beschaut sich die mehr als ein Meter lange und hohe Figur aus der Nähe, entdeckt schnell ganz viele Küttel (diese Raupen fressen nicht nur unwahrscheinlich viel, sondern schei... den auch enorm viele Mengen aus) und Raupen.
Der Vorsitzende zeigt sich trotz eines gewaltigen Schrecks - der Busch ist an mehreren Stellen bereits kahl gefressen - dankbar, dass wir ihn auf den fiesen Fresser aufmerksam gemacht haben. Nun warnt er seine Parzellenbesitzer per Aushang vor der Gefahr.
Ein Gespenst geht um. Auf Billigbuchsbäumen aus China um 2008 eingeschleppt, geistert es seitdem durch Deutschland. Es ist eine Seuche, verursacht durch die Globalisierung. Irgendwann werden die Geschichtsbücher diesen Befall als Episode erwähnen. Vielleicht ist daneben dann ein Buchsbaum abgebildet, eine ausgerottete Pflanze.
Leider werden sie meist fündig. "Ich hab ihn auch" klingt es von jeder Seite. Schrecklich gestern Abend der Besuch bei einem Spartenvorsitzenden: Bei einer Tasse Kaffee werfen der Gatte und ich mehrere Blicke auf eine Buchsbaumfigur erstaunlichen Ausmaßes. Wir sehen die verräterischen Fraßspuren, der Vorsitzende wiegt sich und die 35 Jahre alte Pflanze in Sicherheit. "Wie heißt der? Buchsbaumzündler? Kenne ich nicht!" Der Gatte schreitet zur Tat, beschaut sich die mehr als ein Meter lange und hohe Figur aus der Nähe, entdeckt schnell ganz viele Küttel (diese Raupen fressen nicht nur unwahrscheinlich viel, sondern schei... den auch enorm viele Mengen aus) und Raupen.
Der Vorsitzende zeigt sich trotz eines gewaltigen Schrecks - der Busch ist an mehreren Stellen bereits kahl gefressen - dankbar, dass wir ihn auf den fiesen Fresser aufmerksam gemacht haben. Nun warnt er seine Parzellenbesitzer per Aushang vor der Gefahr.
Ein Gespenst geht um. Auf Billigbuchsbäumen aus China um 2008 eingeschleppt, geistert es seitdem durch Deutschland. Es ist eine Seuche, verursacht durch die Globalisierung. Irgendwann werden die Geschichtsbücher diesen Befall als Episode erwähnen. Vielleicht ist daneben dann ein Buchsbaum abgebildet, eine ausgerottete Pflanze.
13. August 2013
Wir schlagen zurück!
Er ist wieder da. The Zünsler is back!
Erst waren es kleine grüne Krümel an den Buchsbäumen, die wir vor ein paar Monaten geschenkt bekamen und bereits vermeintlich mit Bi58 bekämpft hatten. Dann haben wir gestern auch Raupen entdeckt, diese eigentlich gar nicht so schlecht aussehenden grün-schwarz gestreiften kleinen Dinger, die mit unbändigem Appetit die Buchsis kahlfressen.
Unsere zweite Attacke führen wir nun mit "Calypso" von Bayer durch. Leider hat es bald nach dem Aufbringen geregnet und nun müssen wir erst einmal prüfen, ob das Gift geholfen hat. Dabei hasse ich Gift im Garten!!!
Unsere Freunde U & F hat es nun auch erwischt. Sie haben zwei riesig große Buchskugeln, die außen noch völlig gesund aussehen und dabei innen schon ziemlich kahl gefressen sind. U war völlig paralysiert von der Verfressenheit der Tiere, die er zu Dutzenden von den großen Pflanzen abgelesen hat.
Was wir mit unseren drei befallenen Gesellen machen, ist unklar. Ich bin für's Verbrennen, der Gemahl meint "Sie gehören zur Familie!". Auf jeden Fall müssen sie kräftig beschnitten werden und zwar bis in das alte Holz, was ich dann im Frühjahr tun werde. Durch fleißiges Wässern und Düngen sollen sie danach wohl erneut gut austreiben.
Drückt bitte die Daumen.
Erst waren es kleine grüne Krümel an den Buchsbäumen, die wir vor ein paar Monaten geschenkt bekamen und bereits vermeintlich mit Bi58 bekämpft hatten. Dann haben wir gestern auch Raupen entdeckt, diese eigentlich gar nicht so schlecht aussehenden grün-schwarz gestreiften kleinen Dinger, die mit unbändigem Appetit die Buchsis kahlfressen.
Unsere zweite Attacke führen wir nun mit "Calypso" von Bayer durch. Leider hat es bald nach dem Aufbringen geregnet und nun müssen wir erst einmal prüfen, ob das Gift geholfen hat. Dabei hasse ich Gift im Garten!!!
Unsere Freunde U & F hat es nun auch erwischt. Sie haben zwei riesig große Buchskugeln, die außen noch völlig gesund aussehen und dabei innen schon ziemlich kahl gefressen sind. U war völlig paralysiert von der Verfressenheit der Tiere, die er zu Dutzenden von den großen Pflanzen abgelesen hat.
Was wir mit unseren drei befallenen Gesellen machen, ist unklar. Ich bin für's Verbrennen, der Gemahl meint "Sie gehören zur Familie!". Auf jeden Fall müssen sie kräftig beschnitten werden und zwar bis in das alte Holz, was ich dann im Frühjahr tun werde. Durch fleißiges Wässern und Düngen sollen sie danach wohl erneut gut austreiben.
Drückt bitte die Daumen.
25. Mai 2013
Mörder und froh drüber
Ja, der Gatte und ich sind Mörder. Und wir sind froh drüber! Noch vor dem Aufbringen des zweiten Gifts haben wir festgestellt, dass keine Zünslerraupen an den Buchsis zu finden ist. Bi 58 hat demnach geholfen. Die Amseln und Spatzen in unserem Garten leben zum Glück auch noch.
Nun gilt es, den Buchs in den nächsten Wochen im Auge zu behalten. Der Zünsler taucht wohl bis zu drei Mal im Jahr wieder auf. Wenn also in der Nähe ein Gartenbesitzer nichts gegen den Befall tut, kann ein Falter erneut Eier auf unserem Buchs ablegen. Dann geht das Spielchen von vorn los. Zumindest aber die versehentlich eingeschleppten Zünsler im geschenkten Buchs haben wir eliminiert.
An dieser Stelle muss ich Euch aber darauf hinweisen, dass Bi 58 echt saugefährlich und eigentlich nur von Profis zu verwenden ist. Also lieber mal den freundlichen Schädlingsbekämpfer aus dem Heimatort bemühen...
Schönes Wochenende!
Nun gilt es, den Buchs in den nächsten Wochen im Auge zu behalten. Der Zünsler taucht wohl bis zu drei Mal im Jahr wieder auf. Wenn also in der Nähe ein Gartenbesitzer nichts gegen den Befall tut, kann ein Falter erneut Eier auf unserem Buchs ablegen. Dann geht das Spielchen von vorn los. Zumindest aber die versehentlich eingeschleppten Zünsler im geschenkten Buchs haben wir eliminiert.
An dieser Stelle muss ich Euch aber darauf hinweisen, dass Bi 58 echt saugefährlich und eigentlich nur von Profis zu verwenden ist. Also lieber mal den freundlichen Schädlingsbekämpfer aus dem Heimatort bemühen...
Schönes Wochenende!
22. Mai 2013
Darf ich mich vorstellen?
Mein Name ist Zünsler, Buchsbaumzünsler.
Ich bin eine fiese asiatische Raupe, die im Winter in von nichtsahnenden Arbeitskolleginnen der Gartenbesitzer geschenkten Riesenbuchsbäumen lauert und beim ersten Sonnenstrahl anfängt, sich zu bewegen und die Buchsblätter aufzufressen.
Weil ich zudem eine nimmersatte Raupe bin, mache ich mich alsbald auch über das Gehölz des Buchsbaums her und futtere mich so fett und den Buchs kaputt.
Die Gartenbesitzer haben schon versucht, mich blöde Raupe mit Bi 58 zu vergiften, in dem sie dieses Gift auf die Buchsbäume sprühten und diese dann mit blauen Müllsäcken verhüllten.
Nach drei Tagen nahmen sie die Säcke ab und ich lachte sie an. Unter dem Sack war es so schön warm und ich habe mich richtig wohlgefühlt.
Die Frau, die den Blog hier schreibt, möchte den Buchs am liebsten verbrennen und mich und meine Kollegen wohl gleich mit. Der Mann von der Frau, die den Blog hier schreibt, hat heute ein weiteres Gift geholt, um mich zur Strecke zu bringen. Die Frau schweigt und denkt an das Gift, das es bisher in ihrem Garten nicht gab und die Vögel und die Frösche, die das Gift vielleicht auch fressen.
Und das alles wegen mir, der fiesen asiatischen Raupe.
17. August 2012
Heckenheirat
Ich muss irre sein!
Letzte Woche einen WDR- Bericht über Kristin Lammerting und ihren 9000-qm-Garten gesehen. Den Entschluss gefasst, einen Knotengarten anzulegen. Buch bestellt und gelesen (absolut empfehlenswert!!!). Verzweifelt, weil in diesem Jahr der Knoten nicht realisierbar ist.
Ich habe wirklich eine Meise! Als absolutes Garten-Greenhorn ausgerechnet das so ziemlich Komplizierteste, was es gibt, haben zu wollen!
Diese verschlungenen Formen, das Über- und Untereinander, die sich zu einem geordneten Ganzen schlingende Unordnung, die Symbolik - ach, diese grünen Knoten sind einfach ein Traum.
To tie the knot - den Knoten festziehen - ist in Großbritannien eine Metapher für das Heiraten. Man verheiratet als Knotengärtner also die Hecken. Und die müssen nicht nur grün (Buchs), sondern können übrigens auch gelb und rot (Berberitze) sein.
Wenn ich mit der Heckenheirat loslege, berichte ich hier...
Letzte Woche einen WDR- Bericht über Kristin Lammerting und ihren 9000-qm-Garten gesehen. Den Entschluss gefasst, einen Knotengarten anzulegen. Buch bestellt und gelesen (absolut empfehlenswert!!!). Verzweifelt, weil in diesem Jahr der Knoten nicht realisierbar ist.
Ich habe wirklich eine Meise! Als absolutes Garten-Greenhorn ausgerechnet das so ziemlich Komplizierteste, was es gibt, haben zu wollen!
Diese verschlungenen Formen, das Über- und Untereinander, die sich zu einem geordneten Ganzen schlingende Unordnung, die Symbolik - ach, diese grünen Knoten sind einfach ein Traum.
To tie the knot - den Knoten festziehen - ist in Großbritannien eine Metapher für das Heiraten. Man verheiratet als Knotengärtner also die Hecken. Und die müssen nicht nur grün (Buchs), sondern können übrigens auch gelb und rot (Berberitze) sein.
Wenn ich mit der Heckenheirat loslege, berichte ich hier...
11. August 2012
Ahnungslose, die
Ahnungslose, die. Auch: die Unwissende, die Ungebildete. Plural gibt es nicht, nur eine Personenzuordnung: Frau Fuchs. (Eintrag aus dem Kunksmuhmschen Wörterbuch.)
Es war einmal eine Frau. Die kam durch hier nicht zu nennende Umstände zu einem Haus und einem Grundstück, auf dem nicht nur zwei Altstadt-Reihenhäuser stehen, sondern auch ne Menge an Nebengebäuden. Zwischen diesen Gebäuden, die sich nahezu allesamt in einem recht kläglich Zustand befanden (und befinden), lag etwas, das die Bezeichnung Garten eigentlich nicht verdient hat:
Es gab eigentlich nur etwas Rasen, ein paar lieblos hingepflanzte Stauden, etliche hohe Nadelgehölze und einen Süßkirschbaum auf der ehemaligen Grundstücksgrenze, der von den Vorbsesitzern gnadenlos oben abgesäbelt worden war.
Die Frau bin ich und mein Gatte schritt im Frühjahr 2009 zur Tat: Er ließ eines Tages heimlich die Nadelbäume absägen. Als ich das bei meiner Heimkehr bemerkte, war ich ob des vermeintlichen Baumfrevels entsetzt, aber recht schnell war mir klar, dass es nun endlich Licht im "Garten" gab. Die Wurzeln der Bäume blieben uns allerdings bis zur Erdaustauschaktion im Frühjahr 2012 erhalten.
Im Winter 2010/11 forderte der Gatte mich nachdrücklich auf, endlich einen Gartenplan anzufertigen, denn schließlich zeichne sich die Sanierung des Hauses ab, nach der wiederum der Garten "fällig" wäre. Insgeheim verzweifelte ich. Ein Gartenplan? Pflanzen? Wege? Was? Wie? Warum???? Ich hatte einfach null Ahnung von der Materie und fasste einen simplen Plan.
Die (für mich) logische Konsequenz aus meiner Begeisterung für das 17. und 18. Jahrhundert, aus meiner jahrenlangen Arbeit in einem Barockschloss mit nettem Gärtlein und aus Besuchen in Pillnitz, Oranienbaum etc. war dann, meinen eigenen kleinen Barockgarten zu planen. Es macht natürlich vollkommen Sinn, sich als völlig Ahnungslose gleich ein solches Projekt ans Bein zu binden.
Haha.
Hier seht Ihr mal den ersten Plan:
Im hinteren linken Quartier ist das Kräuterbeet angelegt, das muss es unbedingt geben, denn Kräuter verwende ich täglich. Im hinteren rechten Quartier wachsen Iris, Taglilien, irgendein Schilfgras als Sichtschutz und ab und an Rauke, Radieschen, Portulak, Salat sowie derzeit Tomaten und Paprika.
Das vordere rechte Quartier wird von unserem herrlichen Kirschbaum bestimmt. Den lieben wir heiß und innig, weil er Schatten und leckerste Kirschen spendet.
Das vordere linke Quartier ist völlig symmetrisch angelegt und entsprechend dem Anspruch des Barockgartens sollte es schön bunt sein, daher wächst bei uns vieles durcheinander, z. B. Salbei neben Rosen, Paprika neben Lavendel etc. Der Gatte meinte lakonisch zu mir "Probiere es einfach aus..."
Und so sah es Anfang August aus:
Ich hoffe, man kann etwas erkennen, zumindest vielleicht, dass alles noch etwas zusammen gewachsen ist. Der Brunnen, der für den Kreuzungspunkt der Wege gelant war, steht noch nicht und auch die Wege sind noch nicht befestigt, aber man braucht ja Ziele, oder?!
Inzwischen bin ich soweit weiterzuplanen, was allerdings bedeutet, dass es einen Garten wie in diesem Jahr nicht wieder geben wird. Die Grundanlage bleibt, doch es muss sich etwas ändern...
Sagte die Ahnungslose.
Es war einmal eine Frau. Die kam durch hier nicht zu nennende Umstände zu einem Haus und einem Grundstück, auf dem nicht nur zwei Altstadt-Reihenhäuser stehen, sondern auch ne Menge an Nebengebäuden. Zwischen diesen Gebäuden, die sich nahezu allesamt in einem recht kläglich Zustand befanden (und befinden), lag etwas, das die Bezeichnung Garten eigentlich nicht verdient hat:
Es gab eigentlich nur etwas Rasen, ein paar lieblos hingepflanzte Stauden, etliche hohe Nadelgehölze und einen Süßkirschbaum auf der ehemaligen Grundstücksgrenze, der von den Vorbsesitzern gnadenlos oben abgesäbelt worden war.
Die Frau bin ich und mein Gatte schritt im Frühjahr 2009 zur Tat: Er ließ eines Tages heimlich die Nadelbäume absägen. Als ich das bei meiner Heimkehr bemerkte, war ich ob des vermeintlichen Baumfrevels entsetzt, aber recht schnell war mir klar, dass es nun endlich Licht im "Garten" gab. Die Wurzeln der Bäume blieben uns allerdings bis zur Erdaustauschaktion im Frühjahr 2012 erhalten.
Im Winter 2010/11 forderte der Gatte mich nachdrücklich auf, endlich einen Gartenplan anzufertigen, denn schließlich zeichne sich die Sanierung des Hauses ab, nach der wiederum der Garten "fällig" wäre. Insgeheim verzweifelte ich. Ein Gartenplan? Pflanzen? Wege? Was? Wie? Warum???? Ich hatte einfach null Ahnung von der Materie und fasste einen simplen Plan.
Die (für mich) logische Konsequenz aus meiner Begeisterung für das 17. und 18. Jahrhundert, aus meiner jahrenlangen Arbeit in einem Barockschloss mit nettem Gärtlein und aus Besuchen in Pillnitz, Oranienbaum etc. war dann, meinen eigenen kleinen Barockgarten zu planen. Es macht natürlich vollkommen Sinn, sich als völlig Ahnungslose gleich ein solches Projekt ans Bein zu binden.
Haha.
Hier seht Ihr mal den ersten Plan:
Kaputt lachen könnte ich mich heute - ein Buchsparterre mit Ornamenten und einem "F" wollte ich anlegen! Und der Gatte wünschte sich eine Grotte und für den eventuellen Nachwuchs eine Ritterburg (Ich würde an dem Punkt mal unterstellen, dass der Nachwuchs männlich werden soll).
Wegekreuz und Buchseinfassungen haben wir tatsächlich umgesetzt, zumindest damit angefangen. Im April war ja der Erdaustausch und so sah es Mitte Juni (noch ohne Buchs) aus:
Das vordere rechte Quartier wird von unserem herrlichen Kirschbaum bestimmt. Den lieben wir heiß und innig, weil er Schatten und leckerste Kirschen spendet.
Das vordere linke Quartier ist völlig symmetrisch angelegt und entsprechend dem Anspruch des Barockgartens sollte es schön bunt sein, daher wächst bei uns vieles durcheinander, z. B. Salbei neben Rosen, Paprika neben Lavendel etc. Der Gatte meinte lakonisch zu mir "Probiere es einfach aus..."
Und so sah es Anfang August aus:
Ich hoffe, man kann etwas erkennen, zumindest vielleicht, dass alles noch etwas zusammen gewachsen ist. Der Brunnen, der für den Kreuzungspunkt der Wege gelant war, steht noch nicht und auch die Wege sind noch nicht befestigt, aber man braucht ja Ziele, oder?!
Inzwischen bin ich soweit weiterzuplanen, was allerdings bedeutet, dass es einen Garten wie in diesem Jahr nicht wieder geben wird. Die Grundanlage bleibt, doch es muss sich etwas ändern...
Sagte die Ahnungslose.
8. August 2012
Das himmlische Kind
Wisst Ihr, was für meine Buchs-Stecklinge noch schlimmer als Sonne ist?
Sonne UND Wind. Selbst in diesen Tagen, in denen es hier nur etwa 24 Grad warm wird, trocknet der Wind, der Wind, das himmlische Kind alles aus. Für mich ist es eher ein Höllensturm, denn ziemlich viele von den mühsam gepflanzten Stecklingen haben es deshalb wahrscheinlich nicht geschafft.
Schnüff.
Sonne UND Wind. Selbst in diesen Tagen, in denen es hier nur etwa 24 Grad warm wird, trocknet der Wind, der Wind, das himmlische Kind alles aus. Für mich ist es eher ein Höllensturm, denn ziemlich viele von den mühsam gepflanzten Stecklingen haben es deshalb wahrscheinlich nicht geschafft.
Schnüff.
10. Juli 2012
Buchsen für den Griechen
Was ist eigentlich der Plural von Buchs. Buchse? Buchsen? Neiiiiiin, das würde ja heißen, dass wir heute 100 Schlüpfer in unseren Garten gepflanzt haben.
Der Gatte überraschte mich nach meiner Heimkehr (18:30 Uhr, nach zehn Stunden Arbeit) mit den Worten: "Guck ins Bad und zieh Dich um!" Im Bad lag leider kein Kleidungsstück, das einen romantischen Abend versprochen hätte. Dort lag ein Plastebeutel, in dem sich wiederum ein feuchter Stoffbeutel mit gefühlt tausend kleinen Buchsabschnitten befand. Grün, unschuldig, dicht gedrängt warteten sie auf ihre Verarbeitung. Sollte diese heute nicht erfolgen, so Ines, die edle und ganz nette Spenderin (4000-qm-Garten, Sissinghurst-Fan), würden sie vertrocknen.
Also - frisch ans Werk, die unteren Blätter abgestreift (hat der Gatte getan), an diesem Ende mit einem scharfen Messer den Stil angespitzt (ich), Erde umgegraben (Gatte), teilweise den Rasen abgestochen (wir), Dünger ausgegeben und Löcher gestochen (Gatte), Buchsis gesetzt (wir). Teamwork at it's best.
Die hungrige Ehefrau (also ich) plädierte zwischendrin 21:00 Uhr für einen Anruf beim Lieblinsgriechen, um dort Essen zu bestellen. "In 20 Minuten könnt Ihr es holen!" 20 Minuten für die 50 letzten Buchsis??? Jaaaa, 20 Minuten für 50 Buchsis. Wir haben es geschafft, waren fünf vor halb beim Griechen und zehn nach halb am Gartentisch, von dem aus wir mümmelnd und süffelnd unsere Buchsis angeschaut haben.
Alle Arbeit war vergessen...
Der Gatte überraschte mich nach meiner Heimkehr (18:30 Uhr, nach zehn Stunden Arbeit) mit den Worten: "Guck ins Bad und zieh Dich um!" Im Bad lag leider kein Kleidungsstück, das einen romantischen Abend versprochen hätte. Dort lag ein Plastebeutel, in dem sich wiederum ein feuchter Stoffbeutel mit gefühlt tausend kleinen Buchsabschnitten befand. Grün, unschuldig, dicht gedrängt warteten sie auf ihre Verarbeitung. Sollte diese heute nicht erfolgen, so Ines, die edle und ganz nette Spenderin (4000-qm-Garten, Sissinghurst-Fan), würden sie vertrocknen.
Also - frisch ans Werk, die unteren Blätter abgestreift (hat der Gatte getan), an diesem Ende mit einem scharfen Messer den Stil angespitzt (ich), Erde umgegraben (Gatte), teilweise den Rasen abgestochen (wir), Dünger ausgegeben und Löcher gestochen (Gatte), Buchsis gesetzt (wir). Teamwork at it's best.
Die hungrige Ehefrau (also ich) plädierte zwischendrin 21:00 Uhr für einen Anruf beim Lieblinsgriechen, um dort Essen zu bestellen. "In 20 Minuten könnt Ihr es holen!" 20 Minuten für die 50 letzten Buchsis??? Jaaaa, 20 Minuten für 50 Buchsis. Wir haben es geschafft, waren fünf vor halb beim Griechen und zehn nach halb am Gartentisch, von dem aus wir mümmelnd und süffelnd unsere Buchsis angeschaut haben.
Alle Arbeit war vergessen...
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