Nun ist es also soweit - der Buchsbaumzünsler, dieses chinesisches Raupenmonster, hat gewonnen. In Deutschland gibt es aktuell kein zugelassenes, wirksames Gegenmittel gegen die Raupe.
Grund ist das Ende Februar 2016 verhängte
Verkaufsverbot für Mittel mit Thiacloprid, das als menschen- und bienenschädlich gilt.
Mittlerweile sind wohl sämtliche Restbestände von Calypso etc. aus den Läden verschwunden. Ich habe kürzlich unter der Hand noch eine Packung für viel Geld bekommen, weil ich meine
mühsam gezogenen Buchsbaumhecken nicht aufgeben möchte. Der einzige Gifteinsatz in unserem Garten ist ja eben der gegen den Zünsler (gewesen).
Das Tier begleitet uns nun seit drei Jahren, denn im Mai 2013 tauchte er hier
erstmals auf, dann z. B. auch
hier. Seitdem schaffte er es bei uns je nach Witterung zwei- bis dreimal im Jahr, eine neue Population hervorzubringen, der wir jeweils nur mit BI58 oder Calypso den Garaus machen konnten.
Nun gibt es also kein Mittel gegen den Buchsbaumzünsler mehr. (Auch Neem und Bacillus thuringiensis gelten als nicht zuverlässig) Was bedeutet das für die großen deutschen Gartenanlagen, wie Ludwigsburg, Charlottenburg, Schwetzingen, Herrenhausen, aber auch für unsere Privatgärten? Es macht wohl keinen Sinn, die Bestände durch neue Buchsbaumpflanzen zu ersetzen.
2012 haben Gärten, wie Gottorf, den ersten "Angriff" aushalten müssen, damals durch den
Buchsbaumpilz. Übrigens: Wo dieser bei über 29 Grad Celsius sein Wachstum einstellt, bekommt die Wärme dem Zünsler richtig gut. In Gottorf hat man sich für Ersatzpflanzungen mit Thymian und Ilex entschieden, die zumindest gut angewachsen sind, wie man im Oktober 2015
resümiert. Im Kloster
Seligenstadt hat man im vergangenen Jahr bereits die Segel gestrichen und die vom Zünsler befallenen Bestände durch Ilex crenata ersetzt. Kosten: 75.000 Euro. Dort hatte man sich grundsätzlich gegen den Gifteinsatz ausgesprochen.
Auch Eibe gilt als Alternative. Schon 2013 hatte ich über
weitere Alternativen zum Buchsbaum geblogt. Interessant übrigens, dass der kleine Barockgarten in meiner Heimatstadt ursprünglich aus Stachel- und Johannisbeersträuchern, aus Lavendel, Baldrian, Thymian und Salbei eingefasste Hecken hatte. Erst bei der Rekonstruktion im Jahr 2000 wählte man Buchsbaum für das Schmuckbeet. Vielleicht ist es nun grundsätzlich an der Zeit umzudenken?