26. Juli 2012

Nur die Harten kommen in den Garten

Erdaustausch für ganz Harte: 100 Tonnen haben mein Gatte und mein Onkel mit einem kleinen Bagger und einer Schippe aus dem Garten in Container geladen. 100 Tonnen hornalter Erde mit Bauschutt und Betonresten, Scherben und und und.


(Im Hintergrund seht Ihr die mittelalterliche Stadtmauer aus roten Ziegeln.)

Das war Anfang April in diesem Jahr, als die Sanierung unseres Hauses grad abgeschlossen war. Und bei uns ist es wie bei den meisten anderen, die ein Haus gebaut oder saniert haben: Die Hütte ist fertig, das Geld ist alle, was also mit dem Garten anstellen?
Die billige Variante, hier neue Erde einzubringen, war, ungesiebte Erde zu nehmen, das heißt mit Kieseln, an denen ich noch Jahre meine Freude haben werde.

(Der große Erdhaufen sieht hier gar nicht so groß aus. Danke an meinen Onkel Acki, der hier gezaubert hat. Vor dem Haus steht unser geliebter Süßkirschbaum, der uns stets früh im Jahr leckeres Obst schenkt.)

Der Gartenplan stand zu dem Zeitpunkt bereits, aber dazu gibt es in den nächsten Tagen einen Extrapost. Eines lernt man ganz schnell, wenn man einen Garten schaffen oder umgestalten möchte: Man braucht Kraft, Durchhaltevermögen und ein Ziel. Sonst wird's nüscht. 


(Unser Tibetterrier Chamandi im Bagger. Sie ist immer mittendrin, um zu helfen.)
:-)

18. Juli 2012

Es ist ein Dschungel da draußen

Neulich im Garten: Im Rasen hüft und kriecht es. Eine Handvoll winziger Unken, Frösche oder Erdkröten - wer weiß es? - läuft, springt und klettert durch das Gras.
Der Gatte konnte eines der etwa zwei Zentimeter großen Tierchen Aug in Aug auf ein digitales Foto bannen:
Guckt mal, da isser. Der Gatte hat ihn Klaus getauft. Wo Klaus und seine Kumpels hinwollten, hat sich uns nicht erschlossen. Scheinbar ziellos durchquerten sie den Rasen hin und her, ohne irgendwo ankommen zu wollen.

"Es ist ein Dschungel da draußen" mögen sie sich gedacht haben. Das Zitat stammt übrigens vom hörenswerten Podcast der Guerrilla Marketing Group aus Berlin.

Ich bin froh über jedes Tier, denn irgendwie scheinen wir ja dann mit dem Fuchs'schen Garten etwas richtig zu machen, wenn sich die Kleinen hier wohlfühlen.

16. Juli 2012

Der Pups der Weisheit

"Studentenfurz" oder "Studentenblume" wird sie genannt, die Tagetes. Den deftigen Beinamen hat die Pflanze erhalten, weil die Blätter der Urform stark und nicht gerade angenehm duften. So sehen übrigens die Blüten der aus Mexiko stammenden, hoch wachsenden Urform/Wildform aus:
Die Samen dafür haben wir 2010 entweder von der LaGa Aschersleben oder aus dem Schlossgarten Mosigkau mitgebracht und erst in diesem Jahr ausgesät. Ich nahm eigentlich an, dass es sich bei den Streiflingen um eine moderne Züchtung handeln würde, denn früher kannte ich nur die gefüllten Tagetes:
Die meisten Sorten wachsen heute recht niedrig und werden nur etwa 30 cm hoch. Die Urform wächst bei uns im Garten schon bis auf 50 cm. Es gibt wohl auch Sorten, die bis zwei Meter hoch werden - man könnte aus denen sogar eine Hecke pflanzen und den Nachbarn bestinkern!

Den lateinischen Namen hat die Pflanze vom etruskischen Halbgott Tages, dem Gott der Weisheit, der einer Ackerfurche entstieg. Die recht anspruchslose Pflanze würde wohl auch in jeder Ackerfurche wachsen. In unserem Garten kommt sie mit Sonnen- und Schattenplätzen gut zurecht, freut sich über das Gießwasser, lebt aber auch ohne. Nur Staunässe mag sie nicht - aber welche Pflanze mag das schon?!
Kennengelernt habe ich die Studentenblumen auf der "Gabel" (ein kleines Stückchen Land) von Opa Z., wo sie als kleine Hecke wuchs. Eine besondere Vorliebe habe ich für diese Blumen nie entwickelt - ihre Blüten- und Blätterformen fand ich nie sonderlich ansprechend. Dass die Blume auch "türkische Nelke" genannt wird und ich früher ja auch meine Nelkenabneigung pflegte, passt dann irgendwie auch zusammen.

Mein Gatte, der manchmal auch pragmatisch ist, meinte jedoch, dass die Pflanze leicht selbst zu ziehen sei und in recht kurzer Zeit den Garten füllt und ziert (und mit dem strengen Geruch auch viele Schädlinge vertreibt!). Womit der gute Mann nicht unrecht hat. Also folgte ich ihm, säte Samen. Und ließ mich ob des Ergebnisses überraschen. Denn natürlich hatte ich auf meinen 2010er Samen-Sammel-Touren keine Fotos der Blüten gemacht und wusste deshalb ü-ber-haupt nicht, was da rauskommen würde. Diese blühenden Überraschungen sind richtig schön!

Der NABU beschreibt gut, wie man die Tagetes vermehrt:
Vermehrung mit selbstgewonnenem Saatgut
 Wer Studentenblumen selbst vermehren möchten, kann einfach im Herbst die reifen Samen ernten. Zu beachten ist, dass die stabförmigen Samen in absolut trockenem Zustand geerntet und dann frostfrei aufbewahrt werden müssen. Die Aussaat erfolgt ab Januar im Treibhaus oder im Freiland Ende April, besser noch erst nach den Eisheiligen Mitte Mai; die Keimtemperatur liegt bei 15 bis 18 Grad Celsius. Tagetes mögen es in der Regel sonnig, vertragen aber auch Halbschatten. Die Blütezeit reicht je nach Sorte von Mai bis in den Oktober hinein. Verwelkte Blüten sollten regelmäßig entfernt werden, denn das fördert die Nachblüte.
Forscher haben übrigens in jüngerer Zeit nachgewiesen, dass die Tagetes gegen eine bestimmte Augenkrankheit hilft. Also ist sie auch eine Heilpflanze...